OpenAI und Microsoft bekräftigen ihre Partnerschaft für 2026

Kernaussage des Joint Statements

Das Unternehmen und Microsoft stellen klar, dass neue Finanzierungsrunden und zusaetzliche Partner von OpenAI die bestehenden Vertragsregeln der Zusammenarbeit nicht veraendern. Insbesondere bleiben IP, Umsatzteilung, Cloud-Zustaendigkeiten fuer APIs sowie der AGI Mechanismus unveraendert. Das Statement ist eine Einordnung zu den Verhaeltnissen, nicht der Start eines neuen Vertragsrahmens.

Der gemeinsame Text vom 27. Februar 2026 verweist dabei explizit auf die bereits oeffentlich beschriebenen Bedingungen aus Oktober 2025 und betont, dass aktuelle Ankuendigungen innerhalb dieses Rahmens zu lesen sind.

Was sich nicht aendert

Beide Seiten beschreiben die Kooperation seit 2019 als von Forschung zu enger Produkt und Plattformintegration gewachsen. Kernbotschaft ist, dass die Zusammenarbeit weiterhin als zentraler Pfeiler gilt, waehrend OpenAI gleichzeitig neue Partner und Kapitalquellen erschliesst.

Das Statement soll Missverstaendnisse verhindern, vor allem dort, wo neue Partnerbeziehungen als Bruch mit Microsoft interpretiert werden koennten.

IP und Lizenzrechte

Die IP Regelung bleibt laut Darstellung unveraendert: Microsoft behaelt die exklusive Lizenz und den Zugriff auf geistiges Eigentum ueber OpenAI Modelle und Produkte. Damit wird nicht nur die technische Nutzung, sondern auch die rechtliche Verwertbarkeit innerhalb des vereinbarten Rahmens beibehalten.

Fuer den Markt ist das ein Signal, dass sich an den bisherigen Exklusivrechten keine stillschweigende Verschiebung durch neue Partnerkonstellationen ergibt.

Kommerzielle Logik und Revenue Share

Auch die kommerzielle Vereinbarung inklusive Umsatzbeteiligung wird als unveraendert beschrieben. Wichtig ist der Zusatz, dass diese Logik von Beginn an Umsaetze aus OpenAI Kooperationen mit anderen Cloud Anbietern mitgedacht hat.

Damit positionieren beide Unternehmen neue Cloud Partnerschaften nicht als Ausnahme, sondern als erwarteten Teil des Konstruktionsprinzips der Vereinbarung.

Azure Exklusivitaet fuer stateless APIs

Azure bleibt exklusiver Cloud Anbieter fuer sogenannte stateless OpenAI APIs. Stateless bedeutet, dass ein API Aufruf keine dauerhafte Sitzungs oder Zustandslogik im Backend voraussetzt, jede Anfrage ist in sich abgeschlossen, wie bei klassischer Inference ueber ein Modell.

Diese APIs koennen laut Statement ueber Microsoft oder direkt bei OpenAI bezogen werden, die Ausfuehrungsschicht fuer solche Aufrufe liegt jedoch auf Azure.

Hosting von Produkten und Partneraufrufen

Alle stateless API Aufrufe, die aus Kooperationen mit Dritten resultieren, sollen auf Azure gehostet werden, explizit wird auch Amazon als Beispiel genannt. Parallel wird festgehalten, dass OpenAI eigene Produkte weiterhin auf Azure betrieben werden, inklusive Frontier.

Die Aussage trennt damit klar zwischen Partnerschaftsvielfalt auf der Vertriebs und Go to Market Ebene und der Infrastrukturbindung bei einem zentralen API Typ.

AGI Definition und Entscheidungsprozess

Die vertragliche Definition von AGI sowie das Verfahren zur Feststellung bleiben unveraendert. Damit wird ein Governance Punkt adressiert, der fuer Rechte, Pflichten und moegliche Ausloeser in der Zusammenarbeit relevant sein kann.

Fuer Kunden und Partner ist das vor allem ein Hinweis, dass sich an den bekannten Schwellwerten und Pruefprozessen keine kurzfristige Neuauslegung ergeben soll.

Zusaetzliche Rechenkapazitaet und Stargate

Das Unternehmen betont, dass Wachstum zusaetzliche Compute Bindungen erfordert und dass es Flexibilitaet gibt, auch ausserhalb von Azure Kapazitaet zuzusagen. Als Beispiel wird eine grossskalige Infrastrukturinitiative wie das Stargate Projekt genannt.

Gleichzeitig wird der Gesamtvertrag als so gestaltet beschrieben, dass beide Seiten neue Chancen auch getrennt verfolgen koennen, ohne die Zusammenarbeit in Forschung, Engineering und Produktentwicklung zu beenden.

Was das fuer Kunden und den Markt bedeutet

Praxisbeispiel und Entscheidungsregel

Praxisbeispiel: Ein Softwareanbieter integriert ein OpenAI Modell ueber eine klassische Text API in ein Support Produkt. Solange die Integration ueber stateless API Aufrufe laeuft, ist Azure die Hosting Grundlage, auch dann, wenn der Anbieter die Loesung im Rahmen einer Partnerschaft mit einem anderen Hyperscaler vermarktet.

Entscheidungsregel: Wenn die Nutzung als stateless API konsumiert wird, sollte Architektur, Compliance und Kostenmodell auf Azure als Ausfuehrungsumgebung geplant werden. Wenn zusaetzlicher Compute fuer Training, Fine Tuning oder interne Workloads benoetigt wird, kann parallel Kapazitaet auch ausserhalb von Azure relevant werden, ohne die stateless API Bindung automatisch aufzuheben.

Markteinordnung als Drei Ebenen Modell

Das Statement laesst sich als Drei Ebenen Modell lesen. Ebene eins ist Recht und IP, dort bleibt Microsoft exklusiv positioniert. Ebene zwei ist kommerzieller Fluss, dort koennen neue Partner Umsatz erzeugen, ohne den Revenue Share Rahmen zu aendern.

Ebene drei ist Ausfuehrungsinfrastruktur fuer einen zentralen Produktzugang, stateless APIs bleiben an Azure gebunden, waehrend Compute fuer Wachstum breiter verteilbar sein kann. Fuer den Markt ist das eine Kombination aus Oeffnung im Partneroekosystem und Absicherung der Kernpipeline fuer skalierbare API Nutzung.


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